Ein kleines Bergdorf in Xinjiang wird zum „Maler-Paradies“

221

„Ich hätte nie daran gedacht, dass unser Bergdorf nun zu einem Paradies für Maler und Studenten der bildenden Kunst geworden ist. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes ein ‚Maler-Dorf‘.“ Dies sagt Ma Shengxi, ein Bewohner des Dorfes Xiaofenzi der Gemeinde Xindi des Kreises Jimsar des Autonomen Bezirks Jichang der Hui im chinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang.

Das Dorf Xiaofenzi wird als erstes „Maler-Dorf“ in Xinjiang bezeichnet. Hier ist die schöne Landschaft des ursprünglichen Stils wie „Gipfel, Wolken, seltsame Felsen und fließendes Wasser“ gut erhalten geblieben. Seit Ende der 1990er Jahre sind viele Maler ins Dorf gekommen, um die Natur zu zeichnen. Ma Shengxi gehört zu den ersten Dorfbewohnern, die eine Pension eröffneten, um die Maler zu empfangen. In seinem Haus hängen mehr als 100 Bilder, die ihm die bei ihm unterkommenden Maler sowie Lehrer und Studenten der bildenden Kunst geschenkt haben.

Unter dem Einfluss dieser malenden Gäste entwickelt seine Frau Zhang Hong das Hobby der Malerei. Sie ist nun zu einer bekannten „Bauernmalerin“ im Dorf geworden. Derzeit kann ein Werk von ihr einige Hundert Yuan RMB erzielen. „Die Maler, die bei uns unterkommen, sind alle meine Lehrer. Dank ihrer Anweisungen ist das Niveau meiner Malerei stark erhöht worden“, sagt Zhang Hong.

In den vergangenen Jahren hat das Dorf Xiaofenzi insgesamt 76 Millionen Yuan RMB zum Aufbau der Infrastruktur und der Begrünung des Dorfes bereitgestellt. Außerdem ist der Aufbau von einer Kunsthalle, einem Malereikorridor und verschiedenen Themenszenen geplant worden. Immer mehr Maler, Professoren und Studenten der bildenden Kunst aus Beijing, Shanghai, Guangdong, Shaanxi und Shandong kommen. Shi Yanfang, Parteisekretär der Gemeinde Xindi, sagt, bislang seien sechs Bauern-Malereihäuser und 30 Künstlerstudios im Dorf Xiaofenzi errichtet worden. Es gebe 27 Pensionen, die jährlich mehr als 30.000 Besucher empfangen.

Der Dorfbewohner Ma Hailiang betreibt eine „Schafstall-Bar“, die in der Gegend sehr beliebt ist. Er sagt: „Meine Familie ist seit Generationen Bauern und lebte vom Getreideanbau. Im Jahr 2016 habe ich dank der Unterstützung der Regierung der Gemeinde Xindi meinen Schafstall zu einer Bar umgebaut. Damit verdiene ich jedes Jahr rund 200.000 Yuan RMB. Ich habe die Vorteile des Tourismus genossen.“

Yue Lei arbeitete früher in Ürümqi. Als er 2015 ins Dorf zum Verwandtenbesuch zurückkam, hat er die Veränderungen des Dorfs gespürt und sich entschlossen, zurückzukehren und ein Geschäft in seiner Heimat zu gründen. „2015 eröffnete ich eine Pension im Dorf, die heute am Wochenende täglich mehr als einhundert Besucher empfangen kann. In der Hochsaison erreicht der tägliche Umsatz rund 20.000 Yuan RMB.“ In der Pension von Yue Lei sind überall künstlerische Dekorationen zu sehen. Er sagt: „Diese Designs habe ich von den Malern gelernt. Früher wusste ich nichts von der Einrichtung eines Hauses. Ihre Ideen haben mich beim Design meiner Pension sehr inspiriert, was auch mehr Touristen anzieht.“ Die Ankunft der Künstler hat das Leben der Dorfbewohner verbessert. Derzeit liegt das Pro-Kopf-Nettoeinkommen der Dorfbewohner bei 20.000 Yuan RMB. Die ehemaligen schmutzigen Straßen, schmutzige Häuser sind verschwunden und das früher abgelegene und rückständige kleine Bergdorf ist nun auf dem Weg zum Wohlstand.

(Quelle: CRI Deutsch)