China hat vor Kurzem die nationalen Kriterien für den Beruf des Langzeitpflegers erlassen, in denen die beruflichen Qualifikationen, die Anforderungen für die Berufsausbildung sowie die moralischen Berufsanforderungen festgeschrieben wurden. Demnach sind Langzeitpfleger diejenigen, die in Privathaushalten, Wohnvierteln, Altenheimen und medizinischen Einrichtungen Langzeitpflege-Versicherten Grundpflege, medizinische Versorgung, Dienstleistungen zur Funktionserhaltung und psychologische Betreuung anbieten.

Wie wirkt sich die Anerkennung des neuen Berufs des Langzeitpflegers auf die Heranbildung von Nachwuchskräften in der Altenpflege aus und wird dadurch der Einstieg von jungen Menschen in diesen Beruf motiviert?

Der 22-jährige Wang Jiuda ist Pfleger in einem Altenheim in Beijing und ist von der Veröffentlichung der staatlichen Kriterien für den Beruf des Langzeitpflegers begeistert. „Ich möchte mich unbedingt für die Berufszulassungsprüfung anmelden, um möglichst bald das Zertifikat für diesen neuen Beruf zu erhalten.“

Wang wurde 2022 bei einem nationalen Wettbewerb für berufliche Qualifikation in der Altenpflege mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Er ist zwar jung, hat aber schon reichlich Berufserfahrungen gesammelt. Er sagt: „Pflegearbeit scheint zwar einfach zu sein, ist aber in Wirklichkeit keine leichte Aufgabe. Aufgrund des unterschiedlichen körperlichen Zustandes der Senioren muss man bei der Intensität des Umlagerns von Bettlägerigen und bei dem Winkel, in dem sich die Arme beim Anziehen beugen, gut aufpassen.“

Angaben des chinesischen Staatlichen Amts für Krankenversicherung zufolge wurde im Jahr 2016 der Test einer Langzeitpflegeversicherung in der Volksrepublik gestartet. Aktuell werden rund 180 Millionen Versicherte in 49 Pilotstädten davon abgedeckt. Landesweit bieten rund 8.000 Pflegeanstalten mit insgesamt 300.000 Pflegekräften eine Langzeitpflege an. Parallel dazu gibt es in China mehr als 42 Millionen behinderte Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Das mangelnde Angebot an professionellen und hochqualifizierten Pflegekräften beeinträchtigt die nachhaltige Entwicklung des Systems der Langzeitpflegeversicherung sehr.

Untersuchungen zufolge zeigen die Altenpflegeeinrichtungen einerseits ein starkes Entwicklungspotential, andererseits sind sie aber auch mit Problemen, wie einer rückgängigen Belegungsquote und Fachkräftemangel, konfrontiert. Von den insgesamt 4,8 Millionen Betten in Chinas Altenheimen ist nur knapp die Hälfte besetzt.

Obwohl die Nachfrage nach Altenpflegern groß ist, sind nur wenige junge Menschen bereit, diesen Beruf auszuüben. Die Altenpfleger sind meistens zwischen 40 und 50 Jahre alt und unzureichend ausgebildet.

Ma Qi, Experte für Smart Health und Altenpflegedienstleistungen, erklärt, die beruflichen Qualifikationsanforderungen für Langzeitpfleger seien hoch. Dazu gehörten unter anderem die Lebenspflege, die Grundversorgung, die Notfallreaktion, die Funktionserhaltung, die symptomatische Pflege, die Krankenpflege und die psychologische Betreuung. Dabei seien die Krankenpflege und die psychologische Betreuung neu und herausfordernd für die Pflegkräfte. Man müsse eine Berufsausbildung absolvieren, um diesem Beruf gewachsen zu sein.

(Quelle: CRI Deutsch)