Was essen Südchinesen während der „kleinen Kälte“?

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Die “kleine Kälte“ fällt in diesem Jahr auf den 5. Januar. Der winterliche Jahresabschnitt im chinesischen Mondkalender leitet in den meisten Teilen Chinas die bitterkalte Zeit mit Schnee und Eis ein. Während der fünfzehn kalten Tage kommt die Delikatesse „Reis mit Gemüse“ traditionsgemäß auf den Tisch der Südchinesen. Ein Gericht aus Fleisch, Gemüse und Reis, das seit jeher nur in Gebieten südlich des Unterlaufs des Jangtse gegessen wird, auch wenn die 24 chinesischen Jahresabschnitte ursprünglich aus dem Einzugsgebiet des Gelben Flusses, also aus Nordchina, stammen.

Die Zutaten des „Reis mit Gemüse“ variieren zwar von Region zu Region, umfassen aber in der Regel Pökelfleisch, Wurstkonserven, Erdnüsse, Gemüse und Klebreis.

Frühmorgens geht Frau Jin, die im Dorf Beixin in einem Vorort der Wirtschaftsmetropole Shanghai lebt, zum Gemüsebeet ihres Haushaltes, um frisches Gemüse zu pflücken, das ihr zufolge besonders gut schmeckt, wenn es gefroren ist. Mit diesem frischen Gemüse sowie ihrem hausgemachten Pökelfleisch wird Frau Jin einen duftenden „Reis mit Gemüse“ zubereiten, wie sie es schon in den vergangenen Jahren während der „kleinen Kälte“ getan hat.

Sie sagte: „Das Pökelfleisch wird zunächst für ein Weilchen draußen in die Sonne gelegt, bevor es in den Topf kommt. Beim Kochen muss natürlich auch etwas Schmalz mit im Topf sein, um den Duft von Gekochtem zu stärken.“

Beim Kochen von „Reis mit Gemüse“ sei es wichtig, möglichst viele Zutaten hinzuzufügen. Ihren Angaben zufolge gibt Frau Jin gerne Sojabohnen, Würstchen, Pilze und Schmalz in den Topf, damit der Geschmack stärker werde. Nachdem alle Zutaten in den Topf gegeben wurden, beginnt Frau Jin, Holzstöcke in den Ofen zu legen, damit das Feuer kräftiger brennt. Nach kurzer Zeit steigt an den Seiten des Topfes etwas Dampf auf. Zugleich kommt auch weißer Rauch aus dem Schornstein auf dem Dach heraus. Nach etwa 20 Minuten muss das Feuer heruntergedreht werden, damit das Gericht noch eine Weile köcheln kann, bevor es verzehrfertig ist. Frau Jin sagte, dass die Menschen in ihrem Dorf heutzutage fast ausnahmslos moderne Erdgasöfen benutzten. Dennoch schmecke der „Reise mit Gemüse“ zweifelsohne viel besser, wenn man ihn auf einem traditionellen Herd koche. Es sei daher seit Jahren schon fast zu einer Tradition geworden, dass sie während der „kleinen Kälte“ ihre Nachbarn einlade, um die Delikatesse gemeinsam zu essen.

(Quelle: CRI Deutsch)