Wintersport in Xinjiang boomt

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Morgens um 9:30 Uhr geht die Sonne langsam in Shuixigou auf, einem Skiort am Fuße der Gebirgskette Nanshan in Ürümqi, der Hauptstadt des Uigurischen Autonomen Gebietes Xinjiang im Nordwesten Chinas. Der Ski-Trainer Wang Gecheng ist bereits im Morgenlicht zu einem Skikurs in den Bergen abgereist. Wang, dessen Heimatstadt Tausende Kilometer von Ürümqi entfernt liegt, hat hier schon vier Skisaisons in Folge verbracht, um Ski-Begeisterte zu trainieren und Geld zu verdienen. Täglich kann er dabei höchstens drei bis vier Leute unterrichten und somit knapp 100 Euro einnehmen.

Shuixigou ist das erste Skigebiet in Xinjiang, das als „5S“-Skigebiet eingestuft wurde. Die beliebten Skipisten wie die Xuanzang-Piste oder die Aiwen-Piste ziehen jedes Jahr viele Skiliebhaber an. Der junge Mann Li Jinyang aus der von Xinjiang weit entfernten Provinz Hunan eilte auch zum Skifahren in Shuixigou, als die Skisaison 2022-2023 begonnen hat. „Eigentlich wollte ich hier nur einige Tage verbringen, aber der Schnee ist so gut, deshalb möchte ich nun einen halben Monat länger bleiben“, so Li. Außer den Skigebieten in Ürümqi möchte er auch noch die Skigebiete in Altay im Norden Xinjiangs austesten.

Das Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang befindet sich auf dem „goldenen Gürtel“ des Wintersports, wodurch es über Weltklasse-Ressourcen für den Wintersport verfügt. In den vergangenen Jahren hat Xinjiang eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Entwicklung des Wintersports zu unterstützen. Dadurch soll die Qualität der Pisten, das touristische Umfeld sowie die Infrastruktur der Dienstleistungen ständig verbessert werden. Im Großen und Ganzen soll sich der Wintersport zu einer Visitenkarte der Tourismusindustrie Xinjiangs entwickeln.

Vor allem wurde aber die Infrastruktur in Xinjiang weiter verbessert. Am 28. Dezember 2022 wurde der erste Sonderzug „Altay – Schneehauptstadt“ für den Wintertourismus gestartet. Damit soll der Zugverkehr zwischen den beiden Wintersportstädten Xinjiangs, Ürümqi und Altay, optimiert werden. Günstige Flugverbindungen inner- und außerhalb von Xinjiang bieten Touristen schnellere alternative Lösungen an. „Touristen von außerhalb Xinjiangs können jetzt via Anschlussflug im Drehkreuz von Ürümqi, Xi‘an oder Lanzhou oder per Direktflug von Beijing, Shanghai oder Shenzhen nach Altay kommen“, teilte Dai Xingxing, der stellvertretende Generalmanager des Konzerns für touristische Entwicklung Altays, mit. Seine Firma bietet nun ein breites Spektrum touristischer Angebote für Skiliebhaber an, die sowohl die vier Skigebiete in Altay, als auch Hotels, Eintrittskarten und Direktbusse umfassen.

Dank der boomenden Entwicklung des Wintersports profitieren in Xinjiang auch mehrere Branchen davon. Die Autovermietung ist dafür ein gutes Beispiel. „Seit der neuen Skisaison kommen sehr viele Touristen nach Xinjiang. Wir nehmen täglich viele Anrufe an“, sagte Li Bo von einer Autovermietungsfirma in Xinjiang. Seine Firma stellt über 50 Wohnmobile zur Vermietung bereit, die die Nachfragen in der Hochsaison allerdings nicht decken können.

Zudem erleben inzwischen auch die Firmen, die die Anlagen sowie Einrichtungen für den Wintersport produzieren, eine boomende Entwicklung. In den Werkstätten der Firma Xinjiang Huatong Taike Amusement Equipment Co., Ltd. laufen derzeit Produktionsanlagen auf Hochtouren und Mitarbeiter schweißen zügig verschiedene Bauteile zusammen. Wie die Firmenvertreterin Wang Wen erklärte, könnten ihre Produktionen wie Skilifte sowie Zauberteppiche nicht nur die Nachfragen innerhalb von Xinjiang erfüllen, sondern würden auch landesweit verkauft werden.

Mit der boomenden Entwicklung des Wintersports sucht Xinjiang derzeit einen Weg zur hochqualitativen Entwicklung.

(Quelle: CRI Deutsch, Xinhuanet)