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Thursday, April 3, 2025
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Wuhan-Labor Story ein Hype der US-Geheimdienste

Selbst Henry Kissinger warnte zuletzt mehrfach vor den katastrophalen Konsequenzen einer zunehmenden Konfrontation zwischen den USA und China. Anstatt jedoch zu deeskalieren und die Maßnahmen Trumps zurückzunehmen, lanciert die Biden-Administration nun weitere Provokationen gegen China. Dazu gehört die unbewiesene Schuldzuweisung, China habe mit Absicht oder aus Fahrlässigkeit die Covid-19 Pandemie ausgelöst.

In einem Statement vom 26. Mai schiebt Biden China implizit die Verantwortung dafür zu, dass die Pandemie in den USA nicht effektiver bekämpft werden konnte, weil es der US-Seuchenbekämpfungsbehörde CDC keinen Zugang gewährt habe. Eine absurde Behauptung, denn hätte die CDC und die Trump-Regierung schlicht das getan, was Chinas Behörden in der Provinz Hubei zur Eindämmung der Übertragung von Covid-19 taten, wäre der Verlauf der Pandemie in den USA und anderswo nicht so desaströs ausgefallen. Biden erklärt, er habe nach Amtsantritt mithilfe seiner Sicherheits- und Nachrichtendienste eine Arbeitsgruppe zur Ermittlung des Ursprungs des Virus gegründet. Jedoch sei man zu keinen Schlussfolgerungen gekommen.

Lediglich „wahrscheinliche Szenarios“ mit „niedriger bis mittlerer“ Sicherheit seien herausgekommen. Eine deutliche Minderheit innerhalb der Arbeitsgruppe sei überzeugt, das Virus entstamme dem Virologischen Institut in der chinesischen Stadt Wuhan, der Stadt, wo das neue Coronavirus im Dezember 2019 als erstes sein sichtbares Unwesen getrieben hat. Präsident Biden hat nun seine Spione angewiesen, ihre Anstrengungen zu verdoppeln und zu einem „definitiven Ergebnis“ zu kommen. Das klingt stark nach einer Auftragsarbeit, nach dem Motto: „Findet etwas!“

„Großes“ gegen China

Joe Biden hätte sich über die Reaktionen in China im Klaren sein müssen. Dort werden seine Anweisungen eindeutig als politisch motivierter Schachzug angesehen, um China in der öffentlichen Meinung weiter zu diskreditieren und kurzfristige geopolitische Vorteile zu ernten.

Militärische Erpressung durch U.S. Armee vor der Tür Chinas

Die USA wollen Chinas wachsenden Erfolg auf der welthistorischen Bühne mit aller Macht untergraben, und tappen dabei in die von Historiker Graham Allison oft beschworene „Thukydides-Falle“[1]: wenn eine aufsteigende Macht droht, eine herrschende zu verdrängen, ist das wahrscheinlichste Ergebnis ein Krieg. In zwölf von 16 Fällen, in denen dies in den letzten 500 Jahren geschah, endete dieser Prozess gewaltsam. Krieg beginnt man aber nicht ohne Vorwand. Der Kriegsgegner muss für irgendein furchtbares Ereignis verantwortlich gemacht und geächtet werden – in unserem Fall die Corona-Pandemie.

Chinas Außenministerium erwiderte auf Bidens Statement, dass die derzeitige Untersuchung über den Ursprung des Virus ein wissenschaftliches Thema sei und nicht politisiert werden dürfe. „Wir stehen für eine von Wissenschaftlern geleitete Studie über die Herkunft des Virus im Sinne der Solidarität und Kooperation, nicht für eine von Geheimdienstlern angeführte Untersuchung, die zur Konfrontation aufstachelt und für Spaltung sorgt. Der Prozess sollte nicht vom Willen eines einzelnen Landes diktiert werden,“ sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin bei einer Pressekonferenz am 31. Mai. Die Zeitung Global Times vom 28. Mai konstatierte, die USA planten etwas „richtig Großes“ gegen China: „Die Amerikanischen Exekutivorgane, der Kongress, die Geheimdienste und die öffentliche Meinung bilden eine gefährliche Abwärtsspirale.“

Lügner Michael Gordon

Wikipedia

Besonders hellhörig sollte man angesichts der Tatsache sein, dass die anti-China Propagandamaschine exakt denselben Schreiberling angeheuert hat, der bereits im September 2002 die Kriegslüge von Iraks angeblichen Massenvernichtungswaffen verbreitete[2]: Michael R. Gordon, der am 8. September 2002 als Chefkorrespondent für Militärthemen bei der New York Times, gemeinsam mit Co-Autorin Judith Miller, den berüchtigten Auftragsartikel verfasste, auf den sich dann Vizepräsident Cheney, Verteidigungsminister Rumsfeld, Sicherheitsberaterin Rice u.a. beriefen, damit sie sich rund einen Monat später die Autorisierung des amerikanischen Kongresse für ihre Aggressionskriege sichern konnten.

Gordon war auch im Jahr 2006 der hauptsächliche Aufpeitscher, als es darum ging, die Truppen im Irak zu verstärken. Egal, welchen Unsinn sich Gordon und die ihn koperenden Autoren zusammenreimten, belangt wurden sie für ihr Vorgehen nie. Am 23. Mai dieses Jahres nun erschien Michael Gordons neuestes Fake-News Glanzstück[3], in welchem er ohne weitere Beweise behauptet, es gäbe irgendwelche Quellen in der nachrichtendienstlichen Community, die meinen, einige Labormitarbeiter des Virologischen Instituts in Wuhan seien im Herbst 2019 mit möglichen Covid-Symptomen im Krankenhaus behandelt worden. „Amtierende und ehemalige Regierungsbeamte mit Informationen“, die „potenziell wichtig“ seien – Gordon benutzt sogar die fast gleiche Wortwahl wie in seinen vorherigen Lügenartikeln. Er greift diesmal dabei auf ein geheimes „Faktenblatt“ zurück, dass in der Schlussphase der Trump-Regierung entstanden sei, und zwar in einer von Außenminister Mike Pompeo ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe.

Deren ehemaliger Leiter, David Asher, verbreitet seitdem die Wuhan-Labor Story in öffentlichen Vorträgen und fungiert so als Zeuge für Gordon, der dies als Beweis sieht, dass an der Verschwörungstheorie doch etwas dran sein könnte.

Sicherheitspersonal ohne virologischen Hintergrund

Briten mit dabei

David Asher tauchte am 27. Mai bei Fox News auf, um zu behaupten, Statistiker hätten die Wahrscheinlichkeit, dass eine Übertragung des Virus in der Natur stattfindet, als „irgendwie lächerlich” bezeichnet. Ein Beweis ist das noch längst nicht. In Ashers Task Force befanden sich keine Fachleute, sondern Mitarbeiter der Abteilung für internationale Sicherheit des Außenministeriums, die jedoch nicht dem Leiter der Abteilung, Chris Ford, unterstellt waren. Ford ließ Ashers Berechnungen durch Wissenschaftler überprüfen und bezeichnete sie anschließend als nicht schlüssig und fehlgeleitet. Beim Sender CNN zitierte man einen von Fords Mitarbeitern mit den Worten: “Es roch, als ob sie nur fischten, um vorgegebene Schlussfolgerungen zu rechtfertigen und Experten auszuschließen, die ihre ‘Wissenschaft’ kritisieren könnten.

Politsche Handlung der wissenschaftlicher Arbeit in den USA kommt nun üblich vor.

Der Grund für all das wurde klar, als echte Wissenschaftler endlich eine Chance bekamen, ihre Analyse zu sehen, und ihr ‘statistischer’ Fall fiel auseinander.” Daraufhin gab Ford im Außenministerium ein Memo heraus, in dem er vor den Ergebnissen von Ashers Projekt warnte. Doch offenbar hatte sich Präsident Biden bereits vom Sog der Propaganda einfangen lassen, da er ja am 26. Mai sein berüchtigtes Statement herausgab. Wie übrigens bei der Irak-Kriegslüge auch, mischen die Briten wieder fleißig mit.

https://www.rtl.de/cms/coronavirus-aus-wuhan-labor-frueherer-geheimdienst-chef-china-koennte-beweise-laengst-zerstoert-haben-4771597.html

Kaum hatte die Biden-Administration ihre neuerliche Untersuchung der Labor-Theorie angekündigt, taucht der britische Geheimdienst auf und bietet an, Informationen aus seiner eigenen Untersuchung zu teilen. “Wir tragen dazu bei, was wir an Informationen über Wuhan haben, und bieten den Amerikanern an, alle Informationen, die sie haben und bei denen wir helfen können, zu bestätigen und zu analysieren”, sagte eine hochrangige Person „exklusiv“ gegenüber dem Daily Telegraph.[4]

Sachliche Diskussion notwendig

Chinas Diplomaten weisen laufend darauf hin, dass das Aufspüren des Ursprungs der Covid-19 Pandemie eine Angelegenheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ihren Teams aus Fachleuten ist. Die Blaupause für eine umfassende Untersuchung über den Ursprung des Virus wurde bereits im Februar 2020 von einer internationalen Expertengruppe erstellt.[5]

Die Arbeit zum Aufspüren des Ursprungs des Virus muss demnach global durchgeführt werden, denn der Ort des ersten sichtbaren Auftretens einer Pandemie ist nicht notwendigerweise gleichbedeutend mit seinem Ursprungsort. Einige Länder, wie beispielsweise Italien, haben Fälle von Covid-19 retrospektiv nachgewiesen, die bereits mehrere Wochen vor dem Ausbruch in Wuhan aufgetreten sind. Da die genetische Sequenz bekannt gemacht worden ist, lassen sich auch Rückschlüsse auf eine mögliche Übertragung von Tieren auf den Menschen untersuchen. Eindeutige Ergebnisse sind bisher noch nicht vorhanden.

Zahlreiche Tierarten, einschließlich Haustiere, kommen als mögliche Wirtstiere und Überträger in Betracht. Ob und wie auf dem Huanan Großmarkt in der Stadt Wuhan eine mögliche Übertragung von Tieren auf Menschen stattgefunden haben soll, ist noch längst nicht geklärt. Auf dem Markt werden Nahrungsmittelprodukte aus 20 Ländern angeboten. Die Einführung des Virus über weltweite Importe und Lieferketten ist längst nicht ausgeschlossen. „Insgesamt ist wenig darüber bekannt, wie, wo und wann das Virus in Wuhan sich verbreitet hat. Vorläufige Studien haben keine glaubwürdigen Anhaltspunkte darüber geliefert, worauf man die Untersuchung fokussieren soll,“ heißt es in einer WHO-Erklärung. Es wird noch eine ganze Reihe von Studien benötigen, die wahren Umstände und Infektionswege von Covid-19 möglichst genau nachzuzeichnen. Dazu ist eine umfassende und sachliche Diskussion nötig. Sollte Joe Biden jedoch den offensichtlichen Erfindungen von Geheimdienstlern und ihren Auftragsschreibern mehr Gehör schenken als wissenschaftlichen Untersuchungen, könnten wir alle sehr bald in eine hochgefährliche Konfrontation hineinschlittern.


[1] https://www.belfercenter.org/thucydides-trap/overview-thucydides-trap

[2] https://www.indybay.org/newsitems/2021/06/01/18842892.php

[3] https://www.wsj.com/articles/intelligence-on-sick-staff-at-wuhan-lab-fuels-debate-on-covid-19-origin-11621796228

[4] https://www.telegraph.co.uk/news/2021/05/28/exclusive-uk-intelligence-helping-us-investigate-wuhan-lab-leak/

[5] https://www.who.int/publications/m/item/who-convened-global-study-of-the-origins-of-sars-cov-2

Li Shizhen und sein Kompendium der Materia Medica

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Li Shizhen (1518-1593) war ein bekannter pharmakologischer Spezialist und Arzt der Ming-Dynastie. Er wurde in eine Familie von Ärzten in Qichun (heutiger Bezirk Qichun in der Provinz Hubei) geboren. Unter dem Einfluss seiner Familie interessierte er sich von Kindheit an sehr für die Medizin und beschloss, ein guter Arzt zu werden, der den Patienten Linderung verschaffte. Mit 24 Jahren begann Le Shizhen als Arzt zu praktizieren. Er hörte nie auf, seine medizinischen Kenntnisse weiter zu vertiefen, und so gelang es ihm, seinen Patienten in etlichen schwierigen Fällen zu helfen.

Nach dem Abschluss seines Studiums hatte Li Shizhen viele alte Bücher über Medizin gelesen und viele Auslassungen und sogar Fehler festgestellt. Daraufhin beschloss er, ein komplettes Buch über die Pharmakopöe zu schreiben. Dazu konsultierte er nicht nur medizinische Bücher, sondern legte auch großen Wert auf das Testen und Sammeln von Heilpflanzen. 

Nach dreißig Jahren Anstrengung vollendete er schließlich, im Alter von 60 Jahren, sein Werk mit dem Titel Bencao Gang mu (Compendium de materia medica). 

Es umfasst unter anderem mehr als 1.800 Arzneistoffe (davon 370 neue), 10.000 Rezepte und mehr als 100 Abbildungen. Die Methode, die er für die botanische Klassifizierung verwendete, war zweifellos die fortschrittlichste der damaligen Zeit. Als Ergebnis aller chinesischen pharmakologischen Forschungen wurde Bencao Gangmu in mehrere Fremdsprachen übersetzt und qualifizierte sich so als bedeutender Klassiker der orientalischen Medizin.

Wenn ein Chinese echte französische Kultur liebt

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Jo Luo ist ein brillanter 27-jähriger Ingenieur, der im Land von Molière Französisch studiert hat. Als Liebhaber französischer Literatur zögert der gebürtige Pekinger nicht zu sagen, dass er diese Kultur zweifellos mehr mag als mancher junge Franzose. Was, wenn unsere Schulen und Universitäten unserer glorreichen Vergangenheit und ihren talentierten Philosophen und Schriftstellern nicht mehr gerecht werden?

Live-Interview mit unserem Sonderkorrespondenten in China

LHCH: Was war Ihre erste Begegnung mit der Welt der französischsprachigen Kultur?

Jo Luo: Als Kind habe ich die chinesische Übersetzung des Romans „Les Misérables“ von Victor Hugo gelesen. Nach dieser Entdeckung, die eine wahre Leidenschaft auslöste, erforschte ich die großen Werke der französischen Literatur.

LHCH: Warum haben Sie sich eines Tages entschlossen, nach Frankreich zu gehen?

Jo Luo: Ich wollte diese Kultur besser kennenlernen. Diese erste Annäherung war nicht beruflich motiviert. China blieb das ideale Land für meine Karrierepläne. Andererseits hat mich das Diplom einer französischen Universität natürlich interessiert.

LHCH: Wie verlief diese erste Reise nach Europa?

Jo Luo: Das Projekt war eine absolut persönliche Initiative. Ich habe kein Stipendium erhalten oder an einem akademischen Austausch teilgenommen. Ich hatte in der Schule bereits drei Jahre Französisch gelernt. Danach hatte ich ein Jahr bei der Alliance Française in Peking weitergelernt. Und dann habe ich mich an der Universität Lyon III Jean Moulin in Frankreich eingeschrieben.

LHCH: Hatten Sie eine etwas idealisierte Vision von Frankreich („Postkarte“), eine Vision, die Sie zu Enttäuschungen geführt hätte, wenn Sie die Realität dort entdeckt hätten?

Jo Luo: In China hatte ich schon viel mit Klassenkameraden zu tun, die von einer langen Reise nach Frankreich zurückgekehrt waren. Ihre Erfahrungen waren für mich sehr aufschlussreich. Andererseits stellte ich nach meiner Ankunft in Lyon fest, dass die jungen Franzosen, anders als in verschiedenen Berichten über Frankreich beschrieben, nicht sehr an ihrer großen Literatur interessiert waren. Letztlich erkannte ich diese Gegend nicht wieder!

LHCH: Und auf der Ebene des Studiensystems? Worin haben Sie den Unterschied zwischen Frankreich und China gespürt?

Jo Luo: In Frankreich wie in Belgien empfand ich die Qualität des Wissens in allgemeinen Fächern wie zum Beispiel Mathematik als weniger anspruchsvoll. Und vor allem in Bereichen wie der internationalen Politik. Zusammenfassend würde ich sagen, in allgemeineren Angelegenheiten.

LHCH: Warum sind Sie dann nach Belgien gezogen?

Jo Luo: Meine französische Freundin aus Studienzeiten hatte sich in Belgien beworben, um dort weiter zu studieren. Also bin ich ihr gefolgt. Ich habe zwei Jahre an der Universität Louvain-la-Neuve studiert. Dann habe ich in einer Outsourcing-Firma gearbeitet, die mit einem berühmten chinesischen High-Tech-Unternehmen zusammenarbeitete. Diese Arbeit war interessant, weil sie kulturell gemischt war: sechs Monate in Belgien, sechs Monate in China!

LHCH: Was könnte Ihrer Erfahrung nach Europa nach China bringen? Ich meine damit natürlich die kulturelle oder philosophische Ebene.

Jo Luo: Kreativität, Freiheit des Denkens, Phantasie …

LHCH: Umgekehrt: Was kann China nach Europa bringen?

Jo Luo: Den Sinn für das Kollektiv, den Konfuzianismus sowie einen Sinn für Ehre und Arbeit.

LHCH: Es gab und gibt hier in Europa die traurige Covid-Episode. Aber ist das der einzige Grund für Ihre Rückkehr nach China? Sie haben sich auch dafür entschieden, im Norden Ihres Landes zu arbeiten.

Jo Luo: Meine chinesische Verlobte hat ihr Studium hier in China beendet. Ich bin 27 Jahre alt. Wir wollen also eine Familie gründen. Der europäische Gesundheitskontext spielt zwar eine Rolle, aber das ist nicht der einzige Grund. In China ist der Arbeitsmarkt riesig und ermöglicht, wenn man bereit ist umzuziehen, eine größere Bandbreite an Karrieremöglichkeiten. Wir haben sogar beide einen Job in derselben Firma gefunden! Das ist für unseren Tagesablauf ein großer Segen.

LHCH: Hier in Westeuropa haben unsere Medien und auch unsere Politik in den letzten Jahren einen schweren Stand gegenüber der chinesischen Regierung gehabt. Glauben Sie, dass andere Länder in Europa heute offener gegenüber China sind?

Jo Luo: Ja, ein anderes Europa, oder besser gesagt eine andere europäische Mentalität entsteht, weiter östlich, vor allem in Serbien, das gerne bei Covid-Tests und Impfstoffen mit uns zusammenarbeitet. Das gleiche gilt in Mitteleuropa für Ungarn. Ich glaube, in Westeuropa können sich die Franzosen, die Deutschen, die Niederländer und manchmal auch die Belgier nicht mehr vorstellen, mit den Chinesen auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Dieses Überlegenheitsgefühl ist verletzend, obwohl es eher den Regierungen als der Bevölkerung an sich eigen ist.

LHCH: Danke für diese Offenheit, die einen echten Zukunftsdialog ermöglicht. Aber im Moment fühlen Sie sich in China ein bisschen zwischen zwei Welten, verglichen mit Ihren Erfahrungen in Europa?

Jo Luo: Ich habe nicht lange genug in Europa gelebt und gearbeitet, um mich wesentlich von meinen chinesischen Landsleuten zu unterscheiden. Aber es ist wahr, dass diese Reise meinen Geist geöffnet und meine Mentalität gegenüber Chinesen, die ihr Land nie verlassen haben, ein wenig verändert hat. Aber um mich herum, in Peking, gibt es diese Art von Chinesen eigentlich nicht. In kleinen, abgelegenen Städten ist das natürlich anders.

LHCH: Wie hat sich in Ihrer Mentalität vielleicht doch etwas geändert?

Jo Luo: Eine gewisse humorvolle Distanz, das Verständnis für französischen Witz und Ironie.

(Quelle: RFI, Travel China)

Herstellungskapazitäten der chinesischen Covid-19-Impfstoffe boomen

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Nach aktuellen Angaben des Chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnik hat China 5 Hersteller für Covid-19-Impfstoffe mit den gesamten Herstellungskapazitäten über 8 Miliarden Dosen pro Jahr.

Sinovac SARS-CoV-2-(Vero Zellen)-Vakzin hat durch die WHO eine Notfallzulassung erteilt bekommen. Die Firma aus Beijing hat eine jährliche Herstellungskapazität von circa 2 Miliarden Dosen.

BioKangtai, der Vakzinhersteller aus Stadt Shenzhen, hat eine jährliche Herstellungskapazität von circa 200 Millionen Dosen SARS-CoV-2-(Vero Zellen)-Impfstoffen.

CanSinoBio Covid-19-Vakzin wurde durch Hilfe der berühmsten chinesischen Epidemiologin und Virologin, Generalmajor CHEN Wei, entwickelt. Eine geplante Herstellungskapazität beträgt jedes Jahr circa 500 Millionen Dosen.

Firma Chongqing Zhifei (ZFSW) produziert durch ihre Tochtergesellschaft in der Provinz Anhui die Covid-19-(CHO Zellen)-Vakzine mit der jährlichen Kapazität von circa 500 Millionen Dosen.

Die Staatsfirma China National Pharmaceutical Group (CNBG) ist ein branchenführender Konzern Chinas für Pharmatechnik, dessen Covid-19-(Vero Zellen)-Impfstoff auch die Notzulassung von der WHO erhielt. Die beschleunigte Herstellung kann 5 Milliarden Dosen pro Jahr garantieren.

Mehr als 40 Länder der Welt haben die chinesischen Covid-19-Vakzine zugelassen und zur Eindämmung des Coronavirus eingesetzt. Zuletzt wurden über 700 Millionen Dosen (Angaben vom 02. Juni 2021) in China geimpft. Alleine in China werden jedes Jahr circa 2,3 Milliarden Dosen Covid-19-Vakzine gebraucht, bis die Normalität des Alltagslebens vor 2020 wiederhergestellt wird.

Schrecklich: Taiwan exportierte Infizierten nach Xiamen

Bis zum 02. Juni 2021 sind die Intensivbetten in allen taiwanesischen Krankhäusern knapp. Trotz täglicher Meldungen von über 300 Infizierten seit 20 Tagen erlaubte das Zollamt der Taiwan-Provinz Ausreise der Infizierten nach Stadt Xiamen zum chinesischen Festland.

Dies erschreckende Skandal wurde am 31. Mai 2021 in Xiamen am Flughafen entdeckt. An diesem Tag wurden 2 Passagiere am Zoll der Stadt Xiamen aufgehalten, da eine Person die Corona-positive Bescheinigung in Hand hatte und eine Andere positiv getestet wurde, obwohl sie eine negative Bescheinigung hatte.

Gerade nach Landung des Flugzeuges wurden die beiden Personen durch Schnelltests erwischt. In diesem Flugzeug gab es insgesamt 154 Flugäste. 152 Menschen wurden in Infektionsgefahr gebracht.

Vor zwei Wochen war die Administration der Taiwan-Insel weltweit aktiv mit der “Taiwan can help”-Kampagne, um die politische Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Aber seit Monaten hat die Insel-Administration bei der Corona-Eindämmung gut wie nichts geleistet. Die Einreise aus dem Festland auf die Insel ist bis heute blockiert, komischerweise mit freier Einreise aus Indien und den USA, wo die meisten Infektionen gibt. Zuletzt bekommt die Insel auch ganz wenig Impfstoffe.

Das politische Virus ist für Taiwan-Insel ansteckender und gefährlicher als Coronavirus.

(Quelle: 台湾男子持阳性报告竟成功搭机到厦门 全机152人陷险境|长荣|旅客|班机_网易订阅 (163.com))

Jam Hsiao erhielt die erste Impfung in Shanghai

Es wurde fotografiert, als der Sänger aus Taiwan-Insel, XIAO Jingteng (Jam Hsiao) am 02. Juni 2021 in Shanghai seine erste Impfung erhielt.

Nach erneuertem Ausbruch der Corona auf der Taiwan-Insel verbereitet so große Panik, dass viele chinesische Taiwanesen zum Festland zur Impfung kommen, da keine Impfstoffe durch die eigene Provinzadministration zur Verfügung gestellt werden können. Der Sänger XIAO Jingteng ist nicht der Erste.

Xiao Jingteng 萧敬腾

Seit knapp 10 Jahren arbeiten immer mehr taiwanesische Schauspieler*Innen und Sänger*Innen im Festland Chinas und haben auch dort ihre Lebensschwerpunkte. Mordernes Leben und Arbeiten in Shanghai, Beijing oder Guangzhou werden populär.

4 Millionen Corona-Tests in 3 Tagen in Guangzhou durchgeführt

China meldet 27 Neuinfektionen in der Provinz Guangdong am letzten Tag vom Mai.

Zwischen dem 29. und 31. Mai 2021 wurden Maßentests durchgeführt. An den letzten drei Tagen sind 4 Millionen Menschen in der Stadt Guangzhou getestet worden. Daraus wurden 18 neue Infektionen gemeldet.

Zuletzt hatten Staatsmedien berichtet, im Kampf gegen das Coronavirus seien 500 Millionen Impfdosen bis zum 23. Mai 2021 verabreicht worden seien. Demnach wurden zuletzt innerhalb von nur fünf Tagen 100 Millionen Menschen geimpft.

US-Sicherheitsbehörde spionierte Merkel über dänische Kabel aus

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Nach dem letzten Abhör-Skandal wurde nichts geändert.

Eine Untersuchung hat ergeben, dass Dänemarks Geheimdienst den USA geholfen hat, deutsche Politiker auszuspionieren. Es ist nicht das erste Mal, dass es Berichte über die NSA-Überwachung deutscher Führer gibt, aber es ist das erste Mal, dass Dänemark als direkter Partner benannt wird.

Dänemarks Komplizenschaft im NSA-Spähskandal gegen deutsche Politiker ist in einer gemeinsamen europäischen Medienuntersuchung aufgedeckt worden.

Dänemarks Geheimdienst hat der NATIONALEN Sicherheitsbehörde der USA (NSA) geholfen, europäische Staats- und Regierungschefs auszuspionieren, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wie eine am Sonntag veröffentlichte europäische Medienuntersuchung ergab.

Die Enthüllungen, dass die USA ihre Verbündeten ausspioniert hatten, kamen erstmals 2013 ans Licht, aber erst jetzt haben Journalisten Zugang zu Berichten, in denen die Unterstützung der NSA durch den dänischen Verteidigungsnachrichtendienst (FE) detailliert beschrieben wird.

Der Bericht zeigte, dass Deutschlands enger Verbündeter und Nachbar mit US-Spionageoperationen zusammenarbeitete, die auf die Kanzlerin und den Präsidenten abzielten.

Auch der damalige Kanzlerkandidat der MITTE-Links-Spd, Peer Steinbrück, sei ein Ziel gewesen, heißt es in dem neuen Bericht.

Weder Merkel noch Steinmeier hätten “keine Kenntnis” von den Spionageoperationen führender dänischer Regierungsvertreter. Ein Sprecher sagte, die Kanzlerin sei über die Enthüllungen informiert worden.

(Quelle: DW)

1300 Jahre kaiserliches Prüfungswesen in China

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Das System der kaiserlichen Prüfungen („keju kaoshi“) war ein System, das darauf abzielte, Beamte aus verschiedenen Fachbereichen auszuwählen. Der kaiserliche Hof organisierte öffentliche Prüfungen, um nach deren Ergebnissen die Talente aus verschiedenen vom Hof festgelegten Fachrichtungen auszuwählen und in den Staatsdienst zu integrieren. Dieses System, das in der Sui-Dynastie geschaffen wurde, wurde unter der Tang-Dynastie weitergegeben und verbessert und wurde später zu einem wesentlichen Mittel für den Staat, um talentierte Männer auszuwählen.

Die kaiserlichen Tang-Prüfungen waren in zwei Fachgebiete unterteilt: die reguläre Ordnung und die Spezialordnung. Im Lauf des Jahres fanden regelmäßige Prüfungen statt, an denen unterschiedliche Gelehrte beteiligt waren: „xiucai“, „mingjing“, „jinshi“, usw. Die „Jinshi“-Prüfung, die schwierigste mit einer Bestehensquote von 1 %, war bei den weiblichen Kandidaten sehr begehrt. Alle, die bestanden hatten, wurden „jidi“ genannt und erhielten das Recht, am feierlichen Bankett in Qujiangchi teilzunehmen und ihren Namen am Fuße der Großen Wildganspagode des Chang-Tempels der Barmherzigkeit und Gnade einschreiben zu lassen. Die Prüfungen der besonderen Ordnung, bei denen es viele Spezialgebiete gab, wurden unregelmäßig nach einem besonderen Erlass des Kaisers organisiert, der ihnen persönlich vorstand. In den Augen der Gelehrten war dies kein orthodoxer Weg, um in den Staatsdienst zu gelangen, und diese Prüfungen wurden oft übersehen.

In der Tang-Dynastie gab es zwei Arten von Kandidaten: „shengtu“, Kandidaten, die von den Schulen ausgewählt und empfohlen wurden, und „xianggong“, Kandidaten, die die von den lokalen Regierungen organisierte Ausscheidungsprüfung bestanden hatten. Prüfungen auf Landesebene wurden in der Regel vom Ritenministerium organisiert. Die Kandidaten, die zuvor bestanden haben, absolvierten dann eine zweite Prüfung, die vom Ministerium für öffentliche Arbeiten organisiert wurde. Je nach ihren Ergebnissen erhielten sie auf unterschiedlichen Ebenen eine Position.

Dieses System von Prüfungen, das in der Sui- und der Tang-Dynastie begründet und später von den Song-, Yuan-, Ming- und Qing-Regierungen übernommen wurde, ermöglichte es gewöhnlichen Gelehrten, Beamte zu werden, so wie die feudalen Regierungen die Beamten aus möglichst vielen Kandidaten ausgewählt hatten. Dies wurde von vielen Historikern als gutes System der Auswahl von Zivilbeamten anerkannt. Es sicherte die Entwicklung Chinas für einen Zeitraum von mehr als 1300 Jahren, von der Sui- und der Tang-Dynastie bis zu den Ming-Dynastien und Qing. Unter den letzten beiden Dynastien wurde es jedoch sklerotisch und starr und erstickte am Ende das Denken der Literaten und beeinflusste die Entwicklung Chinas negativ.

Russland und China: Partner bei Kerntechnik, Raumfahrt, fossiler Energie

Während sich anti-Russische und China-feindliche Rhetorik in Deutschland immer stärker im politischen Mainstream festsetzt, feiern Russland und China unterdessen historische Durchbrüche beim Ausbau ihrer umfassenden strategischen Partnerschaft. Das gilt insbesondere für Energietechnologien, wie ein umfangreiches chinesisch-russisches Kernreaktorprojekt verdeutlicht. Die Präsidenten Vladimir Putin und Xi Jinping nahmen am 19. Mai per Liveübertragung persönlich an der Eröffnungszeremonie für den Baubeginn von vier Reaktorblöcken teil, die in 5 bis 7 Jahren in China Strom produzieren sollen: Block 7 und 8 des Tianwan Kraftwerks nahe der Stadt Lianyungang, und Block 3 und 4 des Kraftwerks Xudapu an der nördlichen Küste der Bohai-Bucht.

Meilenstein der Nuklearkooperation

„Russische und chinesische Spezialisten arbeiten an diesem gemeinsamen Vorzeigeprojekt, das wirklich ein Meilenstein ist. Sie bauen leistungsstarke, moderne Kernreaktoren russischer Bauart, die alle Sicherheits- und Umweltstandards erfüllen,“ sagte ein sichtbar stolzer Präsident Putin, und fügte hinzu: „Die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der friedlichen nuklearen Entwicklung ist ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Umfangs der russisch-chinesischen strategischen Partnerschaft, die umfassend, wahrhaft freundschaftlich und zum gegenseitigen Nutzen ist. […] Man kann sagen, dass die Beziehungen zwischen Russland und China den höchsten Stand in der Geschichte erreicht haben.“[1]

Zusammenarbeit an Nuklearkraftwerken zwischen Russland und China im Mai 2021

Auch der chinesische Präsident betonte in seiner Ansprache den gemeinsamen Fokus beider Länder auf eine innovationsbasierte Zusammenarbeit: „Unter Nutzung der Möglichkeiten, die sich aus der wissenschaftlich-technischen und innovativen Zusammenarbeit zwischen China und Russland bieten, ist es wichtig, sich auf […] fortschrittliche Technologien zu konzentrieren, die Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung, bei der Entwicklung von Schlüsseltechnologien und bei der Implementierung innovativer Produkte in die Fertigungsprozesse zu verstärken, die Nutzung der neuesten digitalen Technologien in der Nuklearindustrie zu fördern und einen wichtigen Beitrag zur innovationsgetriebenen Entwicklung des globalen Nuklearsektors zu leisten.“[2]

Gemeinsame Mondstation

Auch bei der Spitzenforschung im Bereich der Raumfahrttechnologien konvergieren die Wege Russlands und Chinas zunehmend. Am 9. März 2021 unterzeichneten die Generaldirektoren der jeweiligen Nationalen Raumfahrtbehörden, Dmitri Rogosin (Roscosmos) und Zhang Kejian (CNSA) eine Absichtserklärung zwischen der Regierung der Volksrepublik China und der Regierung der Russischen Föderation über die Zusammenarbeit beim Bau einer Internationalen Mondforschungsstation, der International Lunar Research Station (ILRS). Rogosin und Zhang diskutierten kurz danach bereits Fragen zur Umsetzung des Projekts. Der Roscosmos-Chef und der CNSA-Leiter stellten eine „positive Dynamik der russisch-chinesischen Zusammenarbeit“ in diesem Bereich fest. Am 23. April wurde von ihnen dann eine „gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit bei der Schaffung der Internationalen Wissenschaftlichen Mondstation (ISLS)“ verabschiedet.[3]

Konferenz im April 2021 über gemeinsames Projekt bei Mondstation

Die ILRS wird laut dieser Erklärung ein „Komplex von experimentellen Forschungseinrichtungen, die auf der Oberfläche und/oder in der Mondumlaufbahn unter möglicher Beteiligung anderer Länder, internationaler Organisationen und anderer internationaler Partner“ errichtet wird. Die Forschungsaktivitäten werden sich auf die „Erkundung und Nutzung des Mondes, Mondbeobachtungen, Experimente der Grundlagenforschung und Technologieverifizierung“ konzentrieren, zunächst im Rahmen eines langfristigen unbemannten Betriebs, jedoch auch mit der Aussicht auf die Ankunft von Menschen.

Die ILRS Mondstation wird kein exklusiv russisch-chinesisches Projekt sein, sondern steht allen internationalen Partnern offen, die an einer Zusammenarbeit bei der Planung, der Begründung, dem Entwurf, der Entwicklung, der Durchführung und dem Betrieb der ISLS interessiert sind, „um den Forschungsaustausch zu stärken und die friedliche Erkundung und Nutzung des Weltraums im Interesse der gesamten Menschheit zu fördern,“ heißt es in der Erklärung. Zur weiteren Erforschung des Mondes und des tiefen Weltraums haben Russland und China übrigens auch ein Abkommen zwischen Roscosmos und der CNSA über die Zusammenarbeit bei der Koordinierung der russischen Orbitalmission Luna-1 und der chinesischen Forschungsmission Chang’e-7 zur Erforschung der Polarregion des Mondes unterzeichnet.

Gas, Kohle, Öl

Auch bei den konventionellen fossilen Brennstoffen weitet sich die Kooperation aus. Während sich große Teile des Westens, allen voran Deutschland, von finanziell üppig ausgestatteten Stiftungen, Hedgefonds, Banken und Versicherungsgesellschaften den Ausstieg aus Atomenergie, Kohleverstromung, Öl, und sogar aus dem Erdgas aufschwatzen ließen, bauen China und Russland neben der Kernenergie auch ihre gemeinsamen Kohle-, Gas- und Ölsektoren aus. Was diesen strategisch extrem wichtigen Energiesektor anbelangt, gaben sich russische und chinesische Spitzenvertreter erst vor kurzem beim Boao Forum for Asia (BFA) auf der chinesischen Insel Hainan recht zuversichtlich.

Der Vorsitzende der China National Petroleum Corporation (CNPC), Dai Houliang, erklärte: „Die Zusammenarbeit mit Russland war immer ein wichtiger Bestandteil der Interaktion Chinas mit anderen Ländern im Energiebereich. Das Ausmaß unserer gemeinsamen Aktivitäten in dieser Hinsicht nimmt stetig zu.“ Dais Stellvertreter bei CNPC, Li Yueqiang, sagte gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS: „Wir kooperieren auf Jamal und in der Arktis und glauben, dass die Interaktion erfolgreich verläuft.“[4]

Gas-Pipeline in Heihe zwischen Russland und China, im Dezember 2019

Russland unterhält in der Arktis umfangreiche Unternehmungen zur Produktion von verflüssigtem Erdgas (LNG), um den inländischen und ausländischen Bedarf zu befriedigen. Chinas Wachstumsprognosen im Rahmen des 14. Fünfjahresplans gehen von einem erhöhten Bedarf an Energie aus, die China durch Importe stillen will. Analysten gehen auch davon aus, dass die sinkenden Kohleexporte aus Australien nach China mehr und mehr durch Russland ausgeglichen werden. Die australische Regierung sorgt mit ihrer Anti-China Haltung derzeit für erhebliche Verstimmungen. Mit Russland als Partner in der Energiewirtschaft hat China eine langfristig verlässliche Alternative. Präsident Putin rief dazu auf, den Kohleexport nach China in den kommenden drei Jahren um 30 Prozent zu steigern. Nach den Daten des chinesischen Zollamts für das Jahr 2020 rangierte Russland nach Saudi-Arabien bereits an zweiter Stelle bei den Öllieferungen nach China.

Am Scheideweg

All dies hat eine extrem wichtige Signalwirkung für die große Zahl bislang noch unterentwickelter Länder und Regionen der Welt. Der in Moskau ansässige amerikanische Politikanalyst Andrew Korybko schrieb in seiner bekannten Kolumne neulich unter der Überschrift „Chinesisch-russische Kernenergie-Kooperation stärkt strategische Partnerschaft“: „Weitere gemeinsame chinesisch-russische Kernenergieprojekte könnten auch in Drittländern gestartet werden.

Afrika hat einen dringenden Bedarf an bezahlbarer, sauberer Energie, da seine Bevölkerung weiter wächst und sich seine vielen Staaten wirtschaftlich weiterentwickeln. Chinas weitreichende Verbindungen mit dem Kontinent, kombiniert mit Russlands Rückkehr dorthin in den letzten Jahren, könnten dazu führen, dass solche Projekte erkundet werden. Alle Parteien würden davon profitieren, und ihre trilaterale Kernenergie-Kooperation könnte sogar die Grundlage für eine spätere umfassendere Zusammenarbeit bilden.“[5]

Viele Staaten, deren Regierungen sich dem wichtigsten aller Themen, nämlich der Industrialisierung und Modernisierung ihrer Volkswirtschaften verschrieben haben, stehen also vor einer Grundsatzentscheidung. Lassen sie sich von der geopolitischen Konfrontationspolitik gegen Russland und China einfangen und folgen sie den im Westen immer schriller werdenden Forderungen der Bewegung für eine „Große Transformation“, nach deren Ansicht 90% der Weltbevölkerung in Bambushäusern leben, sich vegan ernähren und Fahrräder aus grün produziertem Stahl fahren sollen? Oder werden sie sich dem chinesisch-russischen Paradigma einer wissenschaftsbasierten Fortschrittsgesellschaft anschließen, die Nukleartechnologien, Hochgeschwindigkeitsbahnen und die friedliche Erkundung und Besiedlung des Weltraums zum Vorteil der großen Mehrheit betreibt?

China und Russlands wachsende strategische Partnerschaft scheint der einzige verlässliche Garant für letzteres zu sein.


[1] http://en.kremlin.ru/events/president/news/65606

[2] https://www.fmprc.gov.cn/mfa_eng/zxxx_662805/t1877323.shtml

[3] http://en.roscosmos.ru/22074/

[4] https://tass.com/economy/1281137

[5] https://news.cgtn.com/news/2021-05-21/Chinese-Russian-nuclear-energy-cooperation-strengthens-strategic-ties-10qozzrER6E/index.html